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29.11.2013 00:00 Alter: 9 yrs
Von: Der Neue Tag

Mutter beklagt "Vertuschungen"

Prozess um Pfusch im Kreißsaal: Amberger Gericht fordert Gutachten an


Amberg/Schwandorf. (hou) Es war der Aufschrei einer vom Schicksal hart geprüften Frau. Fehler, sagte sie vor der 2. Zivilkammer des Landgerichts Amberg, könnten passieren. "Doch danach sollte man zu ihnen stehen, nicht mit Vertuschungen und Lügengeschichten daherkommen." Die 42-Jährige ist Mutter eines fünf Jahre alten Buben, der zeitlebens ein Schwerstpflegefall bleiben wird. Vor dem Landgericht ging es an einem zweiten Prozesstag abermals darum, ob bei der Geburt im März 2008 durch einen Gynäkologen und eine Hebamme fast schon reihenweise eklatante Fehler gemacht wurden, die irreparable Hirnschädigungen nach sich zogen. Beklagt ist neben dem Arzt und der Hebamme auch eine Klinik im Landkreis Schwandorf. Insgesamt will der Klägeranwalt Dr. Burkhard Schulze (Weiden) Entschädigungen in vorläufiger Höhe von 2,2 Millionen Euro haben. Schülerin verfasste Bericht Bevor die Zivilkammer nun das Gutachten eines in München ansässigen Gynäkologie-Professors anfordert, hörte sie zwei Krankenschwestern, die seinerzeit zumindest im Patientenzimmer mit dabei waren, als die Niederkunft begann. Beide Frauen erinnerten sich eher oberflächlich, konnten Einzelheiten nicht mehr nennen. Dabei kam es speziell darauf an, ob die werdende Mutter plötzlich Schmerzen verspürte und sich in ihrem Leib Ungewöhnliches tat. Das sollten die Pflegekräfte durch Abtasten des Bauches mitbekommen haben. Doch im Gedächtnis behielten sie es nicht. Bei der Frau war, wohl genau in diesem Stadium, die Gebärmutter zerrissen. Eine der Zeuginnen, damals Schülerin an einer Krankenpflegschule, verfasste nach dem Ereignis einen Bericht und lieferte ihn bei der Lehranstalt ab. Diese Aufzeichnungen will Anwalt Burkhard Schulze nun haben - falls es das Schriftstück in den Archiven noch gibt. Quelle: Der Neue Tag vom 29.11.13; Rubrik: Stadt Amberg/Schwandorf