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09.06.2017 00:00 Alter: 2 yrs
Von: Der Neue Tag

Ein ideeller Sieg

Versicherung muss Betreuungskosten für Felix Hofmann an den Bezirk zahlen


Grafenwöhr. (wüw) Obwohl sie am Prozess nicht beteiligt war: Familie Hofmann fühlt sich als Sieger. Das Landgericht gab dem Bezirk Oberpfalz recht, vier Versicherungen müssen die Betreuungskosten für Felix Hofmann in den drei Jahren vor der Schule bezahlen (wir berichteten).
Der 12-jährige Sohn von Markus und Renate Hofmann ist wegen schwerer Behandlungsfehler bei der Geburt im früheren Kreiskrankenhaus Eschenbach schwerbehindert. Jahrelang musste Rechtsanwalt Burkhard Schulz für die Familie um Schadenersatz kämpfen, 2011 verurteilte das Oberlandesgericht zwei Ärzte, den Krankenhaus-Träger und die Hebamme, für alle Folgekosten der Behinderung zu bezahlen.
Die Versicherungen weigerten sich die 110 000 Euro für die spezielle Betreuung zu übernehmen. Eines der Argumente: Der Anspruch sei nicht auf den Bezirk zu übertragen. Dem folgte das Gericht nicht. Weil die Versicherungen nicht in Berufung gehen, bekommt der Bezirk sein Geld.
Markus und Renate Homann haben finanziell nichts davon, sind aber glücklich. „Weil es unserem Rechtsempfinden widersprochen hätte, wenn die Allgemeinheit bezahlt hätte." Und Felix Vater sieht sich künftig gestärkt. „Das Gericht hat den Versuch unterbunden, das Urteil von 2011 auszuhebeln." Hofmann ist vorbereitet, in drei Jahren das Lehrlingsgehalt zu erstreiten, das Felix wegen der Behinderung entgeht. „Unsere Position ist nun besser." Das glaubt auch Rechtsanwalt Schulze. Das 2011er-Urteil sei „wasserdicht".
Quelle: Der Neue Tag vom 09.06.2017; Rubrik: Themen des Tages