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14.04.2011 00:00 Alter: 11 yrs
Von: Der Neue Tag

Eisbockfest: Schluss mit lustig

Harald Rippl zeigt „Bruder Barnabas" Wilhelm Moser an: Zu Unrecht mit Guttenberg verglichen


Weiden. (ca) Starkes Bier. Starker Tobal. am 26. März hatte Wilhelm Moser als „Oberbruder Barnabas" beim Eisbockfest im Postkeller ausgeteilt. Den verbal heftigen Schlag bekam Harald Rippl ab, den Moser mit Ex-Minister zu Guttenberg verglich. Im Wortlaut sagte Moser nach eigener Auskunft in Mundart: „Was haben zu Guttenberg und der Rippl gemeinsam? Beide haben einen Doktortitel - gehabt: Der eine hat ihn abgeschrieben, der andere hat ihn abgekauft." Pardauz. Das saß. Und sorge bei Harald Rippl nicht für einen Schenkelklopfer. Der 40-jährige hat rechtliche Schritte eingeleitet. Sein Anwalt Dr. Burkhard Schulze forderte einen Widerruf bis 30. März und die Unterzeichnung einer Unterlassungsverpflichtung. "Mit zu Guttenberg bezüglich des Doktortitels auf eine Stufe gestellt zu werden, ist geeignet, die berufliche Karriere meines Mandanten empfindlich zu beeinträchtigen. Sie haben ihn der Lächerlichkeit preisgegeben, obwohl hierzu nicht der geringste Anlass besteht". Ordnungsgemäß erworben
Zum einen habe Rippl seinen Doktortitel noch immer. Und er habe ihn auch nicht gekauft, sondern mit einer ordnungsgemäßen Promotionsarbeit erworben. Schulze hält einem Gegenstandswert von 20 000 Euro für angemessen. Moser verpflichte sich mit Unterzeichnung zur Übernahme der Anwaltsgebühren. Moser hat diese Erklärung bis heute nicht unterschrieben und konterte seinerseits mit einem Anwaltsbrief. Parteifreund Dr. Lutz Rittmann verweist auf den satirischen Charakter der Barnabas-Rede und wunder sich über „die Empfindlichkeit" von Harald Rippl, „weil er ja selbst bekanntlich gerne austeile". Am Ende führt er ins Feld, dass Rippl nicht in Deutschland promoviert habe, sondern Budapest: „Derartige Promotionen werden wohl in weiten Kreisen der Bevölkerung tatsächlich nicht als völlig gleichwertig zu deutschen Promotionen eingeschätzt". Das hätte Rittmann wohl besser nicht getan. „Dieser Brief war der Punkt, an dem ich gesagt habe: Jetzt reicht es mir, ich gehe durch alle Instanzen", sagt Harald Rippl. Zum einen habe er nie „ausgeteilt": „Wenn, dann mein Vater. Ich halte mich da ordentlich zurück". Zum anderen hat Harald Rippl tatsächlich eine solide Studienkarriere vorzuweisen. Die Fachhochschule München schloss er 1993 als Diplom-Ingenieur Maschinenbau mit 2,1 ab. 1995 setzte er an der Fachhochschule München den Diplom-Wirtschaftsingenieur drauf (Abschluss mit 1,8). Bis 1996 studierte er an der Budapester Universität für Wirtschaftswissenschaften Außenwirtschaftslehre. Seine Doktorarbeit über „Direktinvestitionen als Marketingstrategie und Marketingmittel am Beispiel der ungarischen Automobilindustrie" wurde mit summa cum laude bewertet und vom Bayerischen Kultusministerium anerkannt. Schwamm drüber? Dafür ist es für Rippl junior zu spät. Das wäre möglich gewesen, „wenn der Moser angerufen und gesagt hätte: Ich geb´ dir ein Bier aus und entschuldige mich".
Rippl: „Man muss auch mal das Kreuz haben zu sagen: mea culpa." Den Verweis auf den satirischen Charakter der Rede lässt er nicht gelten: „Das war die Holzhammermethode". „Noch nie passiert"
Wilhelm Moser wirkt dagegen noch immer verblüfft, was seine Äußerung ausgelöst hat: „Das ist mir in elf Jahren als Oberbruder Barnabas nicht passiert. Im Gegenteil: Wer nicht erwähnt wurde, der war gekränkt". Der ehemalige SPD-Stadtrat geht davon aus, „dass die Sache gelaufen ist": „Wenn Rippl das weiterverfolgt, macht er sich lächerlich." Inzwischen läuft eine einstweilige Verfügung. Rippls Anwalt Burkhard Schulze hat Anzeige erstattet.
Quelle: Der Neue Tag vom 14.04.11, Rubrik: Stadt Weiden