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25.07.2012 00:00 Alter: 10 yrs
Von: Der Neue Tag

Traumauto ein einziger Alptraum

Streit vors Gericht gebracht: In der Auto-Elektronik steckt oft der Teufel drin


Weiden. (rns) Einen „Traum" erfüllte sich eine Dame im fortgeschrittenen Alter. Sie kaufte sich ein Cabrio. Doch der „Traum" erwies sich als Alptraum. Der vor etwas mehr als zwei Jahren gekaufte Mittelklasse-Wagen schepperte von Anfang an unangenehm. An der Frontscheibe drang Wasser ein. Und, besonders unangenehm und gefährlich: Des Öfteren ging urplötzlich der  Motor aus und ließ sich, trotz mehrerer Versuche, nicht  mehr starten. Nun klagte die Weidnerin mit Hilfe von Rechtsanwalt Dr. Burkhard Schulze auf Rückabwicklung des Kaufvertrages und will den Kaufpreis von 25500 Euro zurück. Klappern normal Das Weidener Autohaus, vertreten durch Rechtsanwalt Oliver Mattes beantragte Abweisung der Klage. Gutachter Dipl.-Ing. Günter Loreth hatte bei einer Untersuchung des Autos keine - zumindest nicht nennenswerte - Wassereinbrüche feststellen können. Die Klappergeräusche des Verdecks seinen bei dieser Baureihe und bei Wagen dieser Preisklasse „normal". Und ein Absterben habe er - auch nach tagelangen Probefahrten - nie erlebt. Rechtsanwalt Mattes vermutete, dass die Klägerin vielleicht durch hochtouriges Fahren den Motor abgewürgt haben könnte. Motor startet nicht Dagegen verwahrte sich die Dame, die, nach eigenen Angaben, „über 55 Jahre" lang Auto - und immer dieselbe Marke - fährt. Außerdem, so Dr. Schulze, hätte dies auch nicht erklärt, wieso der Motor dann nicht wieder anspringe. Dies bestätigen der Frau mehrere Zeugen. Diese hatten ihr geholfen, als sie an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet liegen geblieben war und hatten selbst versucht, den Motor wieder zum Anspringen zu bringen, was aber nicht gelungen sei. Einem Mechaniker des Autohauses und einem ADAC-Pannenhelfer dagegen war es sofort gelungen, das Auto wieder zum Laufen zu bringen. Man habe der Kundin den Rat gegeben, den Startknopf bei nicht getretener Kupplung zu drücken und es anschließend „richtig" wider zu versuchen. So behilft sich die Klägerin seit einem Jahr. Auch ein Ab- und Aufsperren des Wagens könne hilfreich sein, sagte der Kfz-Meister des Automobilclubs. „Es sind tausend Fehlerquellen möglich. In den modernen Bordnetz-Steuergeräten steckt oft der Teufel drin", berichtete der 43-jährige von Softwarefehlern selbst bei bei teuersten Autos. Kürzlich sei ein 120000-Euro-Wagen eines deutschen Autoherstellers eingestampft worden, weil selbst Firmenspezialisten nach sechs Wochen Suche den Fehler nicht finden konnten. Fehlermeldung ohne Defekt? Auch Dipl.-Ing. Loreth bestätigte, dass Fehlermeldungen nicht unbedingt bedeuteten, dass ein Auto defekt sei. Umgekehrt könne aber ein Auto durchaus defekt sein, ohne dass eine Fehleranzeige auftrete. Nachdem keine gütliche Einigung in Sicht ist, will Richter Peter Frischholz am 27. September noch einen wichtigen Experten hören. Bis dahin, so legte er den Parteien dringend ans Herz, sollten sie sich überlegen, ob nicht eine Rücknahme des Streitobjekts gegen eine Summe - 2000 Euro unterhalb des Zeitwerts - möglich wäre.   Quelle: Der Neue Tag vom 25.07.2012, Rubrik: Stadt Weiden